Synoptische Übersicht - Kurzfrist

ausgegeben am Donnerstag, den 09.12.2021 um 08 UTC

GWL und markante Wettererscheinungen: HnFz

Im Süden und Osten sowie im Bergland winterlich. Nach Auslaufen des Schneeunwetters meist nur noch leichte Schneefälle im Osten und Süden. Am Freitag dann im südwestdeutschen Mittelgebirgsraum teils markante Schneefälle. Am Samstag vor allem in der Mitte und im Südosten noch leichte Schneefälle. Nachts auch in den tiefen Lagen örtlich Glätte.

Synoptische Entwicklung bis Samstag 24 UTC

Donnerstag... ein vom südwestlichen Nordmeer ausgehender meridional ausgerichteter Höhentrog reicht mit einem Cut-Off-Tief bis nach Oberitalien. Dort fand gestern eine Zyklogenese statt, die nun abgeschlossen ist und somit schwächt sich das dortige Tief langsam ab und wandert langsam ostwärts. Von dem Tief reicht eine Okklusion über den Südosten und Osten sowie über Südskandinavien hinweg bis zum nunmehr schwachen Tief Harry, das sich auflöst und im nächsten atlantischen Tief aufgeht. Der Trog verlagert sich bis 18 UTC mit seiner Achse unter Abschwächung nach West- und Süddeutschland und von Westen stößt ein Höhenkeil nach Osten vor. Dabei wird der Azorenhochkeil über Frankreich gestützt, der sich ins Alpenvorland verschiebt. Dadurch wird der Niederschlag an der Front weiter abgeschwächt, so dassam Tage meist nur 1 bis 4 cm Neuschnee im Osten und Süden simuliert werden. In Südostbayern stehen noch einmal 5 bis 10 cm auf der Karte, in Staulagen auch etwas mehr Schnee. Im Westen ziehen in Verbindung mit dem Trog Schauerwolken heran, die oberhalb von 400 bis 600 m ebenfalls lokal 1 bis 5 cm Neuschnee bringen. Zwischen den beiden wetteraktiven Zonen ist es meist trocken und gebietsweise scheint die Sonne. Der Wind frischt an der Nordsee vorübergehend auf, bringt aber wohl nur auf der freien See 6er, vereinzelt 7er Böen. Ansonsten ist der Wind abgesehen von den Alpengipfeln meist nur schwach bis mäßig unterwegs. Die Temperaturen liegen im Osten und in Lagen oberhalb von 600 bis 700 n meist knapp unter dem Gefrierpunkt und im Süden erreichen Sie Werte um 2 Grad. Ansonsten werden 3 bis 6 Grad erreicht mit den höchsten Werten abermals im Rheinland. In der Nacht zum Freitag erreicht die Trogachse den Osten Deutschlands und Niederösterreich. Rückseitig wandert ein schmaler werdender Höhenkeil nach West- und Südwestdeutschland. Damit herrscht vorübergehend Zwischenhocheinfluss bei uns, ehe im Laufe der Nacht im Westen der Druck wieder sinkt. Ursache hierfür ist ein Kurzwellenrog, der vom südgrönländischen Raum nach Großbritannien und Frankreich vorstößt. Daran gekoppelt ist eine Okklusion nebst Randtiefbildung über der westlichen Nordsee. Damit kommen gegen Morgen ganz im Westen Niederschläge auf, die nach nächtlicher Abkühlung der Luftmasse anfangs meist als Schnee fallen. Einige Modelle zeigen vor der Trogachse bis in die 2. Nachthälfte an Oder- und Neiße noch etwas Neuschnee (vor allem Euro4, aber auch CON-D2-EPS). Bei teils auflockernder Bewölkung gibt es meist Frost zwischen -1 und -5 Grad, im Süden über Schnee zwischen -6 und -10 Grad. Bei längerem Aufklaren ist vor allem im Alpenraum auch strenger Frost möglich. Im Westen frischt der Wind vor der neuen Okklusion auf und bringt in höheren Lagen erste steife Böen.

Freitag...wird es einmal mehr interessant, wenn besagtes Teiltief im Tagesverlauf über die Niederlande ostwärts zieht und die Okklusion den Westen und Süden überquert. Mit Unterstützung von PVA vorderseitig des oben beschriebenen Randtrogs über Benelux breiten sich stratiforme Niederschläge über weite Teile west- und Süddeutschlands sowie der westlichen Mitte aus. Nach Osten fällt zunächst meist bis in die tiefen Lagen Schnee, später vor allem nach Westen hin unterhalb von 400 bis 600 m Regen. Bis zum Abend können 1 bis 5 cm, zwischen Pfälzer Wald und Eifel lokal 6 bis 10 cm und im Schwarzwald stellenweise sogar 10 bis über 15 cm Neuschnee zusammenkommen (oberhalb 600 bis 800 m). Darüber hinaus frischt der südliche, später auf Südwest bis West drehende Wind im Südwesten spürbar auf, was im Bergland sowie in freien Lagen die eine oder andere Böe 7 Bft zur Folge hat. Stürmisch wird es gar im Hochschwarzwald sowie auf einigen Alpengipfeln (8-9 Bft, exponiert 10). Niederschlagsfrei bleibt es wahrscheinlich im Norden und Osten, auch wenn IFS und GFS von 00 UTC das im äußersten Osten und Nordosten dieses nicht so sieht. Im deutsch-polnischen Grenzbereich entsteht ein Randtrog bzw. Höhentief, die zur Ostsee ziehen, so dass zwischen Oberlausitz und Vorpommern leichte Schneefälle generiert werden. Ansonsten besteht aber die berechtigte Hoffnung, dass sich insbesondere von Sachsen bis zum südöstlichen Niedersachsen, vielleicht aber auch weiter nördlich für längere Zeit die Sonne durchsetzt. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 0 und 5°C, im Bergland sowie punktuell auch im äußersten Osten (vor allem, wenn Schnee liegt) etwas unter dem Gefrierpunkt.

In der Nacht zum Samstag verbleiben wir im Bereich des Höhentroges, der nach Mittelitalien austropft. Der Resttrog schwenkt gegen Morgen zur Oder. Mangels dynamischen Hebungsantriebes schwächt sich das Randtief weiter auf und kommt über Niedersachsen nur noch wenig weiter nach Osten voran. Während bei ICON der Schneefall bis zur Lüneburger Heide und zum westlichen Sachsen-Anhalt vorankommt, zeigt IFS lediglich von Eifel und Rheinland-Pfalz sowie Baden bis nach Bayern Niederschlag, nach Westen hin Regen oder Schneeregen, nach Osten bis in tiefe Lagen Schnee. GFS liegt fast genau dazwischen, so dass in der Mitte und im Süden Niederschläge fallen. Im Einflussbereich der Festlandsluft trocken ist es nördlich und nordöstlich des Niederschlagsgebietes. In der Summe werden meist weniger als 5 l/qm simuliert, lediglich in einigen Staulagen des Schwarzwaldes (IFS) und der Alpen (ICON) stellenweise auch 10 l/qm oder gar knapp darüber. An der Schneefallgrenze ändert sich bei etwa -4 bis -6 Grad in 850 hPa und vor allem im Südwesten und Westen recht gut durchmischter Luftmasse nur wenig, darüber werden meist gelbe Schneefallwarnungen (1 bis 5 cm Neuschnee) fällig, eventuell reichen auch Glättewarnungen. Lediglich in einigen Staulagen können mehr als 10 cm in 12 Stunden fallen. Der Wind flaut mit Auffüllen des Tiefs auch auf den Bergen allmählich wieder ab, in einigen Gipfellagen der südwestdeutschen Mittelgebirge und der Alpen kann es aber noch stürmische Böen bzw. Sturmböen aus Südwest bis West geben. Diesmal bleibt es in den Niederungen West- und Südwestdeutschlands meist frostfrei, sonst gibt es leichten Frost und gebietsweise Glätte.

Samstag... zonalisiert die Höhenströmung südlich eines Richtung Island vorstoßenden Höhentroges über dem mittleren Nordatlantik westlich der Britischen Inseln zusehends. Vorderseitig stößt ein durch WLA gestützter Höhenkeil Richtung Westeuropa vor, hat bis zum Tagesende bereits die Britischen Inseln überquert und die Nordsee erreicht. Dadurch wird der Höhentrog über Nord- und Mitteleuropa allmählich nach Osten abgedrängt. Auf dessen Rückseite stellt sich über Deutschland allmählich eine relativ schwachgradientige nordwestliche Höhenströmung ein, in der noch ein flacher Kurzwellentrog eingelagert ist. Das flache Bodentief über Ostdeutschland füllt sich auf dem Weg nach Osten auf. Gleichzeitig stößt ein Bodenhochkeil von Frankreich her Richtung Südwestdeutschland vor. Somit bleibt im Südwesten und Süden des Landes noch ein recht veritabler Druckgradient aufrecht und vor allem in den Kamm- und Gipfellagen der Mittelgebirge sowie der Alpen kann es noch stürmische Böen, vereinzelt Sturmböen geben. In freien Lagen sind auch in den Niederungen steife Böen aus west bis Südwest möglich. Dazu gibt es im Bereich des abziehenden Tiefs und weiter südlich noch weitere Niederschläge, die unterhalb von etwa 200 bis 500 m meist als Regen oder Schneeregen, sonst als Schnee fallen. Nach wie vor haben einige Modelle in den Staulagen einiger Mittelgebirge (Schwarzwald, Alpen; IFS) markante Neuschneemengen auf der Agenda, ansonsten fallen aber meist nur wenige Zentimeter. Im Norden und Nordosten dreht die Grundströmung allmählich auf West bis Südwest, im Nordosten bleibt der Gradient aber noch so schwach, dass es dort erneut gebietsweise für Dauerfrost reicht (um -1 Grad). Dort bleibt es weitgehend trocken, lediglich in Küstennähe haben einige Modelle eine leichte Schauertätigkeit (mit kaum nennenswerten Niederschlägen) auf der Agenda, die wohl dem schwachen durchschwenkenden Randtrog geschuldet sind. An den Temperaturen ändert sich allgemein nur wenig, die Höchstwerte liegen meist zwischen -1 Grad an der Oder und 5 Grad am Rhein.

Modellvergleich und -einschätzung

Die Modelle simulieren mit kleinen Differenzen am Freitag, die oben beschrieben werden. Diese Tatsache verschiebt aber lediglich einige Warnungen vor leichtem Schneefall oder Glätte.

Vorhersage- und Beratungszentrale Offenbach Dipl. Met. Olaf Pels Leusden